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PASSAGE PLAN 1 - NÜTZE DIE ZEIT!

Skipper - besser Du bist vorbereitet auf die spezifischen Gegebenheiten Deines Törns, um Deine Crew sicher wieder an Land zu bringen. Ein Passage Plan ist ein Führungsinstrument und entspricht in vielen Dingen modernen Führungsmethoden.

Er verleiht Dir Ruhe und vermittelt Deiner Crew ein hohes Maß Sicherheit und lässt vertrauen wachsen.

THE FANTASTIC 4

Ein strukturiertes Vorgehen bei der Erstellung Deines Passage Planes, speziell wenn Du diesen mit Deiner Crew gemeinsam durchgehst, ist äußerst hilfreich und hält die Arbeit kurzweilig - Du kommst früher raus aus der Marina, und auf Kurs!

> APPRAISAL > PLAN

> EXECUTION

> MONITORING


APPRAISAL

Erstmal geht es darum allgemeine Informationen zu sammeln die für die geplante Route in Betracht kommen können. Mögliche Schwierigkeiten und Hindernisse die umschifft werden sollten, werden identifiziert und in der Übersicht festgehalten.

Einige Punkte können sein:

> Time

Was sind die vorherrschenden Bedingungen zu Deiner Törnzeit?

Bsp.:

Kroatien im Oktober - im Herbst ist eher der Yugo vorherrschend, er ist wärmer bringt mehr Feuchtigkeit mit, und es kann öfter mal regnen. Gibt´s Bora ist diese meist stärker und dauert länger als im Frühjahr. Der Service in den Marinas kann im Oktober schon eingeschränkt sein, nicht alle Geschäfte haben zu dieser Zeit noch offen.

> Weather Informations

Welche Informationsquellen kann man zusätzlich zu den bereits Bekannten nutzen.

Bsp.: "Sea help" hier gibt es verlässliche und rechtzeitige Sturmwarnungen.

> Crew / Vessel

Welches Schiff ist für die Route passend? Nicht alle Charterschiffe haben die Berechtigung nach Palagruza zu segeln. Fällt die Wahl auf ein Rollgroß- oder Lattengroßsegel? Für Beide gibt es Vor- und Nachteile.

Ein Lattengroß zu reffen ist eine andere Aufgabe als dies einzurollen. Die Crew muss die Fähigkeit haben, sich sicher an Deck zu bewegen. Ein Rollgroß hat mehr Reffmöglichkeiten ist aber die generell die langsamere Segelvariante.

> Safe harbours

Wohin im Fall der Fälle? Wo befinden sich sichere Marinas, Ankerbuchten oder Bojenfelder. Nicht jede Bucht ist bei jeder Windrichtung sicher genug.

> und noch einige, wichtige Punkte mehr...


PLAN

Ein detaillierter Plan mit allen Eckdaten zur Route, der Navigation, alle Kursen und deren Wechsel, ETA und die zu erwartenden Geschwindigkeiten, Windbeschickungen und dergl. liegt den Wachführern vor. Wichtig sind dabei:

- die Form, sodass möglichst alle sich auf dem Plan zurecht finden können, und

- die Wahl des Schreibgerätes. Bei Rotlicht, das Nachts verwendet wird, ist nicht jede Stiftfarbe gut zu erkennen.

Das wichtigste Navigationswerkzeug

- ein Radiergummi!

Es sind schon Seekarten gefunden worden,

auf denen mit Kugelschreiber gezeichnet wurde -

was eine veritable Situation für´s Kielholen darstellt :-)

EXECUTION

Es handelt sich um ein sog. living document.

Die Yachtführer befinden sich im Cockpit und arbeiten die Aufgaben ab, die festgelegt sind.

Anweisungen werden den Rudergängern und den Navigatoren von diesem sheet gegeben. Abweichungen die sich aufgrund von "changes on the way " ergeben, werden eingearbeitet und die folgenden tasks neu ausgelegt. Neben einem Klemmbrett kann es auch sinnvoll sein, die Infos elektronisch zu teilen.

MONITORING

Zu jeder Zeit im Laufe eines Törns, muss die genaue Position der Yacht bekannt sein. Es wird überprüft ob die Planung und die Durchführung auch so stattfinden kann bzw. ob es überhaupt möglich ist alles einzuhalten. Die Navigatoren sind gefordert. Spätestens zu diesem Zeitpunkt rächt es sich, wenn man bei der Recherche und der Planung zu ungenau gearbeitet hat. Wenn zum Beispiel die Kennungen der Leuchtfeuer nicht korrekt sind, und der Plan dadurch mehr zur Verwirrung beiträgt, als zu Klarheit und Genauigkeit der Position.

Dies führt unweigerlich zu Konflikten innerhalb der Crew.

YOU NEVER KNOW

Einer der wichtigsten Sätze die ich bei der Yachtmaster Ausbildung und Prüfung gelernt habe, war neben: "Safety always first" , "You never know!"

Wir können trotz aller Vorsichtsmaßnahmen niemals alle Eventualitäten und Unwegbarkeiten in Betracht ziehen. Manchmal kommt es zu Szenen die wir uns nicht einmal im wildesten Traum ausdenken könnten.

Da ist es extrem hilfreich möglichst viel vorab recherchiert und festgelegt zu haben.

Das ermöglicht uns im Falle des Falles den größtmöglichen Überblick zu haben und die nötige Ruhe auszustrahlen. Lösungen werden anders ausfallen als unter Stress gefunden Wege. Die Crew, und wir selbst werden es uns danken!

Skipper - stay always tuned for decissions!


"Keep on reaching to the stars,

but keep your feet on deck!"


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